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	<title>Kommentare für Fantasyguide</title>
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	<description>Ihr Internetführer in Sachen Phantastik</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 05:04:29 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Über die Traurigkeit des Rezensenten von molosovsky</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1385&#038;cpage=1#comment-501</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 05:04:29 +0000</pubDate>
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		<description>Feiner Beitrag. Wäre toll, wenn mehr Kritiker / Rezensenten sich öffentlich Gedanken über ihre Tätigkeit machen würden.

Ich denke, man tut nicht Fehl, wen man Hal Duncans &quot;Book of All Hours&quot; (BOAH) als (post)moderne Literatur einstuft, ja sogar als experimentellen Text. Und solche Texte zu beurteilen ist meistens heikel. Wenn ich einen Makel an den beiden Bänden von BOAH benennen kann, dann den, dass das ganze Masken-Wechsel-Dich-Spielchens sich irgendwann zu arg verfranzt. Zumindest mir ging der Bezug zu den Figuren größtenteils verlohren. Bis zu einem gewissen Grad ein ganz interessantes Dilemma, da BOAH sich ja zu einem Gutteil poetisch hingibt, nur eben *verkopft* poetisch, denn emotionell bin ich nicht mehr dabei.

Als Formenspiel mit unterschiedlichen Stimmen, Settings &amp; Athmos ist BOAH durchaus ein (sehr) beeindruckendes Werk. Aber spannend oder ergreifend fand ich es auch nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Feiner Beitrag. Wäre toll, wenn mehr Kritiker / Rezensenten sich öffentlich Gedanken über ihre Tätigkeit machen würden.</p>
<p>Ich denke, man tut nicht Fehl, wen man Hal Duncans &#8220;Book of All Hours&#8221; (BOAH) als (post)moderne Literatur einstuft, ja sogar als experimentellen Text. Und solche Texte zu beurteilen ist meistens heikel. Wenn ich einen Makel an den beiden Bänden von BOAH benennen kann, dann den, dass das ganze Masken-Wechsel-Dich-Spielchens sich irgendwann zu arg verfranzt. Zumindest mir ging der Bezug zu den Figuren größtenteils verlohren. Bis zu einem gewissen Grad ein ganz interessantes Dilemma, da BOAH sich ja zu einem Gutteil poetisch hingibt, nur eben *verkopft* poetisch, denn emotionell bin ich nicht mehr dabei.</p>
<p>Als Formenspiel mit unterschiedlichen Stimmen, Settings &amp; Athmos ist BOAH durchaus ein (sehr) beeindruckendes Werk. Aber spannend oder ergreifend fand ich es auch nicht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Über die Traurigkeit des Rezensenten von lapismont</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1385&#038;cpage=1#comment-500</link>
		<dc:creator>lapismont</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 11:50:00 +0000</pubDate>
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		<description>An der Auseinandersetzung merkt man bereits, wieviel Wertschätzung Du für Roman und Autor hegst.
Aber sind Freunde nicht auch dazu da, Wahrheiten zu benennen? Und Deine Wahrheit muss ja auch nicht unfehlbar sein.
Zumindest berührst Du Schwachstellen und vielleicht hört ja jemand auf Dich.
Bei manchen Büchern geht es mir so, dass ich sie nicht wegen des Inhaltes, sondern wegen einer ganz anderen Bedeutung für mich mag.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>An der Auseinandersetzung merkt man bereits, wieviel Wertschätzung Du für Roman und Autor hegst.<br />
Aber sind Freunde nicht auch dazu da, Wahrheiten zu benennen? Und Deine Wahrheit muss ja auch nicht unfehlbar sein.<br />
Zumindest berührst Du Schwachstellen und vielleicht hört ja jemand auf Dich.<br />
Bei manchen Büchern geht es mir so, dass ich sie nicht wegen des Inhaltes, sondern wegen einer ganz anderen Bedeutung für mich mag.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hauptsache Kontrolle: Bildungschancen für Harz4-Kinder von Chipkartenlesegerät: Schlüssel zu gespeicherten Daten &#124; RSS Verzeichnis</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1373&#038;cpage=1#comment-495</link>
		<dc:creator>Chipkartenlesegerät: Schlüssel zu gespeicherten Daten &#124; RSS Verzeichnis</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 18:05:06 +0000</pubDate>
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		<description>[...] http://blog.fantasyguide.de/?p=1373 In der Bargeldvariante wird neben der Bargeldkasse ein Bildungs- Chipkartenlesegerät aufgestellt. Die Kinder, die Bildungs-Chipkarten berechtigt sind, werden ermittelt. (Das ist natürlich leicht, wenn es nur Harz4-Kinder sind; ... [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] <a href="http://blog.fantasyguide.de/?p=1373" rel="nofollow">http://blog.fantasyguide.de/?p=1373</a> In der Bargeldvariante wird neben der Bargeldkasse ein Bildungs- Chipkartenlesegerät aufgestellt. Die Kinder, die Bildungs-Chipkarten berechtigt sind, werden ermittelt. (Das ist natürlich leicht, wenn es nur Harz4-Kinder sind; &#8230; [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Erwachsenwerden von Hilde</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1355&#038;cpage=1#comment-474</link>
		<dc:creator>Hilde</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 07:39:47 +0000</pubDate>
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		<description>Der Führerschein mit 17 ist eine grandiose Entscheidung. Westerwelle durfte ja für ein paar Minuten mal Kanzler sein und hat sich gleich den Beschluss mit dem Führerschein mit 17 unter den Nagel gerissen. Aber grundsätzlich stimme ich der Regelung zu, da eben die Unfallstatistiken für sich sprechen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Führerschein mit 17 ist eine grandiose Entscheidung. Westerwelle durfte ja für ein paar Minuten mal Kanzler sein und hat sich gleich den Beschluss mit dem Führerschein mit 17 unter den Nagel gerissen. Aber grundsätzlich stimme ich der Regelung zu, da eben die Unfallstatistiken für sich sprechen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Die angemessene Lesehaltung adelt den schwierigen Text von molosovsky</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1350&#038;cpage=1#comment-472</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 18:34:45 +0000</pubDate>
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		<description>Einfach unvoreingenommen ein Werk auf sich wirken lassen und ehrlich mit diesen Wirkungen umgehen. Es ist durchaus hilfreich, wenn man nicht zu viel vorher weiß, oder wenn man weiß, dass einem das Werk wurscht. Überhaupt: eine leicht optimistische Egal-Haltung ist die beste zum Genuss von Kunst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einfach unvoreingenommen ein Werk auf sich wirken lassen und ehrlich mit diesen Wirkungen umgehen. Es ist durchaus hilfreich, wenn man nicht zu viel vorher weiß, oder wenn man weiß, dass einem das Werk wurscht. Überhaupt: eine leicht optimistische Egal-Haltung ist die beste zum Genuss von Kunst.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Appaloosa: Eine Re… Re… Wie heißt das Wort, das ich suche? Eine Revision zu einem eigenwilligen Spätwestern von Die angemessene Lesehaltung adelt den schwierigen Text &#171; Fantasyguide</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1252&#038;cpage=1#comment-470</link>
		<dc:creator>Die angemessene Lesehaltung adelt den schwierigen Text &#171; Fantasyguide</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 08:53:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1252#comment-470</guid>
		<description>[...] und das Buch gefiel mir im nachhinein etwas besser. Gelegentlich gibt es das auch bei Filmen: Appaloosa ist ein guter Film, doch wenn man vom die ganze Filigranarbeit weiß, die in die Figuren und ihre [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] und das Buch gefiel mir im nachhinein etwas besser. Gelegentlich gibt es das auch bei Filmen: Appaloosa ist ein guter Film, doch wenn man vom die ganze Filigranarbeit weiß, die in die Figuren und ihre [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bildungsreise von mammut</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1330&#038;cpage=1#comment-468</link>
		<dc:creator>mammut</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 09:44:04 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Oliver,

ich denke, auch wenn wir in manchen Punkten gar nicht soweit auseinander liegen, führt unsere Diskussion zu nichts, sondern würde nur ein Ping Pong Spiel ergeben.

Ich habe aber mal zwei wie ich finde recht interessante Artikel zum Thema Bildung im Netz gefunden.
Ein Gastkommentar von Stoiber in der Süddeutschen:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildungspolitik-in-deutschland-schluss-mit-den-extrawuersten-1.980470

Und einen Artikel im Spiegel über HartzIV Kinder:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Oliver,</p>
<p>ich denke, auch wenn wir in manchen Punkten gar nicht soweit auseinander liegen, führt unsere Diskussion zu nichts, sondern würde nur ein Ping Pong Spiel ergeben.</p>
<p>Ich habe aber mal zwei wie ich finde recht interessante Artikel zum Thema Bildung im Netz gefunden.<br />
Ein Gastkommentar von Stoiber in der Süddeutschen:<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildungspolitik-in-deutschland-schluss-mit-den-extrawuersten-1.980470" rel="nofollow">http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildungspolitik-in-deutschland-schluss-mit-den-extrawuersten-1.980470</a></p>
<p>Und einen Artikel im Spiegel über HartzIV Kinder:<br />
<a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bildungsreise von oliver</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1330&#038;cpage=1#comment-463</link>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 10:12:26 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Michael,

ich will deine Antwort mal Schritt für Schritt beantworten.

1. &quot;Es [&#039;Schule&#039;] sollte dich entweder auf den Beruf oder auf das Studium vorbereiten.&quot;
Die Vorstellung ist zwar weit verbreitet und nimmt auch deutlich zu, ist aber nicht die einzige – und tatsächlich ist es auch nicht die Idee derjenigen, die die Lehrpläne erstellen. Ich (und mit mir die Macher der Lehrpläne) bin der Ansicht, dass Schule junge Menschen auf ein Leben in der jeweiligen Gesellschaft vorbereiten soll. Dazu gehört einerseits, dass sie die Fähigkeiten, entweder eine Lehre oder ein Studium beginnen zu können vermittelt bekommen, andererseits aber auch, dass sie die politischen und kulturellen Strukturen der Gesellschaft verstehen und sich darin bewegen können. Die Schule hat auch den Auftrag, aus den jungen Menschen Staatsbürger zu machen. Sie hat auch den Auftrag, den jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen. D. h., in der Schule gilt es nicht nur zu lernen, wie man &quot;Symbolik&quot; schreibt und wo das Komma hingehört, sondern auch, was Symbolik bedeutet.

2. &quot;Früher sagte man salopp, es gibt die Praktiker und die Theoretiker.&quot;
Heute findet man, dass die Angelegenheit erheblich komplizierter ist. Zumindest Entwicklungspsychologen.
Mal ein Beispiel aus meiner Schulzeit. Eine meiner Klassenkameradinnen fertigte großartige Holzarbeiten an. Sie hat dann mit einigen Erfolg Mathematik und Theologie studiert. Ich kenne einige Leute, die studiert haben (und zwar Geisteswissenschaften) trotzdem praktisch veranlagt sind. 

3. &quot;Je individueller sich der Lehrstoff dem Kind anpasst, desto besser kann man das jeweilige Kind dann auch gemäß seinen Fähigkeiten fördern (bzw. sollte es gesondert fördern, wenn ein wirklicher Mangel herrscht).&quot;
Stimmt vollkommen, deshalb sollen z. B. die Klassen erheblich verkleinert werden und der Frontalunterricht nach Möglichkeit vollständig aufgegeben werden.

4. &quot;Soziologisch ist es immer ein Unterschied ob ich eine akademische oder eine praktische Laufbahn einschlage. Jeder nach seinen Neigungen. Die beiden “Strömungen” bekommst du doch nicht dadurch zusammen gehalten, indem du sie zwingst, länger gemeinsam in einem Schulverband auszuharren.&quot;
Für die meisten praktischen Laufbahnen (alle White Collar und einige Blue Collar) braucht man heute schon ein Abi, um eine Chance zu haben. Da geht es also bis zum Abi. Warum sollte es da nicht bis zur sechsten Klasse gehen? Da sind die Kinder gerade mal zwölf.

5. &quot;Wenn du stattdessen forderst, eine Privatschule zu etablieren, förderst du doch gerade die Spaltung der Gesellschaft, in dem dann das Geld den Unterschied macht, ob meine Kinder gute oder schlechte Chancen haben.&quot;
Das ist jetzt schon de facto so. Nur jetzt bezahlt die Öffentlichkeit für die gezielte Bildung der Reichen.

6. &quot;Durch die Privatschule besteht dann die Gefahr, dass das “Gymnasium für die breite Masse” ein sinkendes Bildungsniveau unter den Abiturienten zur Folge hat.&quot;
Nein, weil sich de facto nur wenig bis nichts ändert, außer dass die Öffentlichkeit die Kinder fördern kann, die es nötig haben.

7. &quot;Andererseits wird mit dem Zusammengehen das Signal ausgegeben, die Schwachen sind ja jetzt besser dran. Durch eine gemeinsame Schule? Wie das denn? Im gemeinsamen Klassenverband langweilen sich die einen, überfordern sich die anderen.&quot;
Durch veränderte Unterrichtsformen (s. O.). Indem die Starken den Schwachen die Dinge erklären. Durch den Vorgang des Erklärens wird auch das Wissen für die Starken verfestigt. 

8. &quot;Eine ehemalige Klassenlehrerin von der Hauptschule beschrieb ihre erste Migrantenmischklasse so: Die einen konnten im Fach Deutsch nicht (oder nicht ausreichend) folgen, weil sie die Sprache nur unzureichend beherrschten.&quot;
Mit Verlaub, aber da war entweder die Klassenlehrerin nicht ausreichend befähigt oder der Lehrplan mangelhaft, vermutlich beides. Kenne ich aus der Praxis zu genüge. Aber bloß weil die Handwerker zehn Anläufe brauchen, um die Leitungen im Bad richtig zu verlegen, werde ich nicht auf ein Klo verzichten. Ganz deutlich: Ja, man wird einiges an den Unterrichtsformen und der didaktischen Befähigung der Lehrer ändern müssen. So wie vor dreißig Jahren wird es nicht mehr gehen.

9. &quot;Besser ist es aus meiner Sicht, gezielt die Schwachen zu fördern und von den Starken zu fordern.&quot;
Das wäre zentraler Bestandteil der Reform gewesen. Meines Erachtens ein sehr richtiges Vorgehen. Psychologen sind im Übrigen mehrheitlich der Ansicht, dass man Kinder leichter unterfordert, als überfordert.

10. &quot;Generell sollte es bei der Schule nicht auf die Masse des Lehrstoffes ankommen, sondern wie bereite ich den Nachwuchs nachhaltig auf das Berufsleben vor und verpasse ihnen eine solide Allgemeinbildung.&quot;
Da bin ich mit dir völlig einig, wenn du &quot;Allgemeinbildung&quot; als Bildung zum Staatsbürger und Ermöglichung der Teilhabe am kulturellen Leben verstehst.

11. &quot;Leistung ist übrigens immer relativ, ob wir das wollen oder nicht. Für Uruguay ist der vierte Platz wie ein Weltmeistertitel.
Und man braucht einen Ansporn. Bin ich ein guter Schüler (Hauptschule), ist die Motivation doch da (Feedback durch gute Noten). Bin ich ein mieser Schüler (Gymnasium), habe ich Versagensangst, da ich um meine Versetzung bange.&quot;
Das ist aber nun etwas ganz anderes als der Beste sein zu wollen. Die Urus hatten keine realistische Chance auf den Titel. Trotzdem haben sie mitgespielt, weil der Vierte eben so gut wie der Erste war. Ginge es nur ums Bester sein, hätten sie nicht mitspielen brauchen. Darum ging es mir ja: Eine Motivation zur Leistung muss da sein, nur sie sollte sich nicht auf andere, sondern auf die Verbesserung des Selbst beziehen.

Aber noch mal zu den beiden &#039;Klassenreisen&#039;. Du beziehst dich im Allgemeinen auf die Berufsvorbereitung. Ich denke, die Reform würde die Befähigung vor allem der Sozialschwachen und ein wenig auch die der Starken zwar Verbessern, auf direkten Wege an den Chancen für die Sozialschwachen nur wenig ändern, denn die tatsächliche Befähigung spielt nur eine untergeordnete Rolle bei der Karriere. Ich will hier kein Essay schreiben, darum verweise ich auf  Michael Hartmanns &quot;Eliten und Macht in Europa&quot;. Die Cliquen, die über den Aufstieg entscheiden sind halt geschlossen. Erst, wenn man dringen Stellen besetzen muss, für die keine der üblichen Verdächtigen infrage kommen, wird man homo novi eine Chance geben.
Allerdings krankt unsere Gesellschaft massiv an einem Auseinanderbrechen. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Winner der Gesellschaft kein Verständnis für die Loser aufbringen; sie haben diese nie kennengelernt. Mit Kennenlernen meine ich eine ernsthafte, persönliche Auseinandersetzung. Hier hätte halt die Chance für die Gesellschaft gelegen: Die Winner und Loser hätten sich miteinander befassen müssen. Und im Ernst: Vermutlich sogar befassen wollen – alle Jungs spielen in der Pause Fußball. Schule soll eben die jungen Menschen auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten. Dazu gehört meines Erachtens auch ganz praktisch, dass man lernt, mit deutlich anderen umzugehen, zu begreifen, dass deren Wünsche auch berechtigt sind. Bildung ist eben nicht nur Lehrstoff, sondern auch Charakterprägung.
Mit der Schulreform hatte man die Chance gehabt, der Sprachlosigkeit, die sich zunehmend zwischen Winnern und Loser aufbaut, etwas entgegen zusetzten. Daraus hätte sich langfristig und auf indirekten Weg eine verbesserte Situation für die Loser (und durch eine festere Gesellschaft auch für die Winner) ergeben können. Diese Chance hat man vertan.

Ralf, sei mir nicht böse, wenn ich zu deinem Text nichts schreibe, aber ich stimme dir ohnehin weitgehend zu.

Oliver</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Michael,</p>
<p>ich will deine Antwort mal Schritt für Schritt beantworten.</p>
<p>1. &#8220;Es ['Schule'] sollte dich entweder auf den Beruf oder auf das Studium vorbereiten.&#8221;<br />
Die Vorstellung ist zwar weit verbreitet und nimmt auch deutlich zu, ist aber nicht die einzige – und tatsächlich ist es auch nicht die Idee derjenigen, die die Lehrpläne erstellen. Ich (und mit mir die Macher der Lehrpläne) bin der Ansicht, dass Schule junge Menschen auf ein Leben in der jeweiligen Gesellschaft vorbereiten soll. Dazu gehört einerseits, dass sie die Fähigkeiten, entweder eine Lehre oder ein Studium beginnen zu können vermittelt bekommen, andererseits aber auch, dass sie die politischen und kulturellen Strukturen der Gesellschaft verstehen und sich darin bewegen können. Die Schule hat auch den Auftrag, aus den jungen Menschen Staatsbürger zu machen. Sie hat auch den Auftrag, den jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen. D. h., in der Schule gilt es nicht nur zu lernen, wie man &#8220;Symbolik&#8221; schreibt und wo das Komma hingehört, sondern auch, was Symbolik bedeutet.</p>
<p>2. &#8220;Früher sagte man salopp, es gibt die Praktiker und die Theoretiker.&#8221;<br />
Heute findet man, dass die Angelegenheit erheblich komplizierter ist. Zumindest Entwicklungspsychologen.<br />
Mal ein Beispiel aus meiner Schulzeit. Eine meiner Klassenkameradinnen fertigte großartige Holzarbeiten an. Sie hat dann mit einigen Erfolg Mathematik und Theologie studiert. Ich kenne einige Leute, die studiert haben (und zwar Geisteswissenschaften) trotzdem praktisch veranlagt sind. </p>
<p>3. &#8220;Je individueller sich der Lehrstoff dem Kind anpasst, desto besser kann man das jeweilige Kind dann auch gemäß seinen Fähigkeiten fördern (bzw. sollte es gesondert fördern, wenn ein wirklicher Mangel herrscht).&#8221;<br />
Stimmt vollkommen, deshalb sollen z. B. die Klassen erheblich verkleinert werden und der Frontalunterricht nach Möglichkeit vollständig aufgegeben werden.</p>
<p>4. &#8220;Soziologisch ist es immer ein Unterschied ob ich eine akademische oder eine praktische Laufbahn einschlage. Jeder nach seinen Neigungen. Die beiden “Strömungen” bekommst du doch nicht dadurch zusammen gehalten, indem du sie zwingst, länger gemeinsam in einem Schulverband auszuharren.&#8221;<br />
Für die meisten praktischen Laufbahnen (alle White Collar und einige Blue Collar) braucht man heute schon ein Abi, um eine Chance zu haben. Da geht es also bis zum Abi. Warum sollte es da nicht bis zur sechsten Klasse gehen? Da sind die Kinder gerade mal zwölf.</p>
<p>5. &#8220;Wenn du stattdessen forderst, eine Privatschule zu etablieren, förderst du doch gerade die Spaltung der Gesellschaft, in dem dann das Geld den Unterschied macht, ob meine Kinder gute oder schlechte Chancen haben.&#8221;<br />
Das ist jetzt schon de facto so. Nur jetzt bezahlt die Öffentlichkeit für die gezielte Bildung der Reichen.</p>
<p>6. &#8220;Durch die Privatschule besteht dann die Gefahr, dass das “Gymnasium für die breite Masse” ein sinkendes Bildungsniveau unter den Abiturienten zur Folge hat.&#8221;<br />
Nein, weil sich de facto nur wenig bis nichts ändert, außer dass die Öffentlichkeit die Kinder fördern kann, die es nötig haben.</p>
<p>7. &#8220;Andererseits wird mit dem Zusammengehen das Signal ausgegeben, die Schwachen sind ja jetzt besser dran. Durch eine gemeinsame Schule? Wie das denn? Im gemeinsamen Klassenverband langweilen sich die einen, überfordern sich die anderen.&#8221;<br />
Durch veränderte Unterrichtsformen (s. O.). Indem die Starken den Schwachen die Dinge erklären. Durch den Vorgang des Erklärens wird auch das Wissen für die Starken verfestigt. </p>
<p>8. &#8220;Eine ehemalige Klassenlehrerin von der Hauptschule beschrieb ihre erste Migrantenmischklasse so: Die einen konnten im Fach Deutsch nicht (oder nicht ausreichend) folgen, weil sie die Sprache nur unzureichend beherrschten.&#8221;<br />
Mit Verlaub, aber da war entweder die Klassenlehrerin nicht ausreichend befähigt oder der Lehrplan mangelhaft, vermutlich beides. Kenne ich aus der Praxis zu genüge. Aber bloß weil die Handwerker zehn Anläufe brauchen, um die Leitungen im Bad richtig zu verlegen, werde ich nicht auf ein Klo verzichten. Ganz deutlich: Ja, man wird einiges an den Unterrichtsformen und der didaktischen Befähigung der Lehrer ändern müssen. So wie vor dreißig Jahren wird es nicht mehr gehen.</p>
<p>9. &#8220;Besser ist es aus meiner Sicht, gezielt die Schwachen zu fördern und von den Starken zu fordern.&#8221;<br />
Das wäre zentraler Bestandteil der Reform gewesen. Meines Erachtens ein sehr richtiges Vorgehen. Psychologen sind im Übrigen mehrheitlich der Ansicht, dass man Kinder leichter unterfordert, als überfordert.</p>
<p>10. &#8220;Generell sollte es bei der Schule nicht auf die Masse des Lehrstoffes ankommen, sondern wie bereite ich den Nachwuchs nachhaltig auf das Berufsleben vor und verpasse ihnen eine solide Allgemeinbildung.&#8221;<br />
Da bin ich mit dir völlig einig, wenn du &#8220;Allgemeinbildung&#8221; als Bildung zum Staatsbürger und Ermöglichung der Teilhabe am kulturellen Leben verstehst.</p>
<p>11. &#8220;Leistung ist übrigens immer relativ, ob wir das wollen oder nicht. Für Uruguay ist der vierte Platz wie ein Weltmeistertitel.<br />
Und man braucht einen Ansporn. Bin ich ein guter Schüler (Hauptschule), ist die Motivation doch da (Feedback durch gute Noten). Bin ich ein mieser Schüler (Gymnasium), habe ich Versagensangst, da ich um meine Versetzung bange.&#8221;<br />
Das ist aber nun etwas ganz anderes als der Beste sein zu wollen. Die Urus hatten keine realistische Chance auf den Titel. Trotzdem haben sie mitgespielt, weil der Vierte eben so gut wie der Erste war. Ginge es nur ums Bester sein, hätten sie nicht mitspielen brauchen. Darum ging es mir ja: Eine Motivation zur Leistung muss da sein, nur sie sollte sich nicht auf andere, sondern auf die Verbesserung des Selbst beziehen.</p>
<p>Aber noch mal zu den beiden &#8216;Klassenreisen&#8217;. Du beziehst dich im Allgemeinen auf die Berufsvorbereitung. Ich denke, die Reform würde die Befähigung vor allem der Sozialschwachen und ein wenig auch die der Starken zwar Verbessern, auf direkten Wege an den Chancen für die Sozialschwachen nur wenig ändern, denn die tatsächliche Befähigung spielt nur eine untergeordnete Rolle bei der Karriere. Ich will hier kein Essay schreiben, darum verweise ich auf  Michael Hartmanns &#8220;Eliten und Macht in Europa&#8221;. Die Cliquen, die über den Aufstieg entscheiden sind halt geschlossen. Erst, wenn man dringen Stellen besetzen muss, für die keine der üblichen Verdächtigen infrage kommen, wird man homo novi eine Chance geben.<br />
Allerdings krankt unsere Gesellschaft massiv an einem Auseinanderbrechen. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Winner der Gesellschaft kein Verständnis für die Loser aufbringen; sie haben diese nie kennengelernt. Mit Kennenlernen meine ich eine ernsthafte, persönliche Auseinandersetzung. Hier hätte halt die Chance für die Gesellschaft gelegen: Die Winner und Loser hätten sich miteinander befassen müssen. Und im Ernst: Vermutlich sogar befassen wollen – alle Jungs spielen in der Pause Fußball. Schule soll eben die jungen Menschen auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten. Dazu gehört meines Erachtens auch ganz praktisch, dass man lernt, mit deutlich anderen umzugehen, zu begreifen, dass deren Wünsche auch berechtigt sind. Bildung ist eben nicht nur Lehrstoff, sondern auch Charakterprägung.<br />
Mit der Schulreform hatte man die Chance gehabt, der Sprachlosigkeit, die sich zunehmend zwischen Winnern und Loser aufbaut, etwas entgegen zusetzten. Daraus hätte sich langfristig und auf indirekten Weg eine verbesserte Situation für die Loser (und durch eine festere Gesellschaft auch für die Winner) ergeben können. Diese Chance hat man vertan.</p>
<p>Ralf, sei mir nicht böse, wenn ich zu deinem Text nichts schreibe, aber ich stimme dir ohnehin weitgehend zu.</p>
<p>Oliver</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bildungsreise von lapismont</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1330&#038;cpage=1#comment-462</link>
		<dc:creator>lapismont</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 16:41:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1330#comment-462</guid>
		<description>Mal vom Sinn oder Unsinn einer Klassentrennung ab vierter Klasse abgesehen, es gibt nur eine Reform, die das Wort wert wäre:
Einführung eines gesamtdeutsch einheitlichen Schulsystems. Wir brauchen nur einen Minister für Bildung.

Ich persönlich fand die Aufteilung in der DDR ganz gut. Bis zur 10. Klasse eine einheitliche Schule, dann aufs Gymnasium wer die Leistung hat und studieren will, daneben fachspezifische Spezialschulen.

Aber das Problem liegt gar nicht darin, wie lange die Kinder zusammen an einer Schule lernen, sondern in der insgesamt miesen Qualität der Bildung. Aber solange es dem Staat mehr wert ist, marode Banken zu retten als in die Schulen zu investieren, wird sich nichts ändern.

Fakt ist, dass in diesem Land Bildung Privatsache geworden ist. Es wird den Eltern überlassen, für die Ausbildung ihrer Sprößlinge zu sorgen. Wer sich das nicht leisten kann, bekommt auch nichts.
Dass man so keine Demokraten erhält, interessiert niemand, der nur bis zu nächsten Wahl denkt.

Hamburg hat gezeigt, dass man mit Geld auch einen Volksentscheid gewinnen kann.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mal vom Sinn oder Unsinn einer Klassentrennung ab vierter Klasse abgesehen, es gibt nur eine Reform, die das Wort wert wäre:<br />
Einführung eines gesamtdeutsch einheitlichen Schulsystems. Wir brauchen nur einen Minister für Bildung.</p>
<p>Ich persönlich fand die Aufteilung in der DDR ganz gut. Bis zur 10. Klasse eine einheitliche Schule, dann aufs Gymnasium wer die Leistung hat und studieren will, daneben fachspezifische Spezialschulen.</p>
<p>Aber das Problem liegt gar nicht darin, wie lange die Kinder zusammen an einer Schule lernen, sondern in der insgesamt miesen Qualität der Bildung. Aber solange es dem Staat mehr wert ist, marode Banken zu retten als in die Schulen zu investieren, wird sich nichts ändern.</p>
<p>Fakt ist, dass in diesem Land Bildung Privatsache geworden ist. Es wird den Eltern überlassen, für die Ausbildung ihrer Sprößlinge zu sorgen. Wer sich das nicht leisten kann, bekommt auch nichts.<br />
Dass man so keine Demokraten erhält, interessiert niemand, der nur bis zu nächsten Wahl denkt.</p>
<p>Hamburg hat gezeigt, dass man mit Geld auch einen Volksentscheid gewinnen kann.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bildungsreise von mammut</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1330&#038;cpage=1#comment-460</link>
		<dc:creator>mammut</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 10:42:51 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Oliver,

So ganz kann ich deiner Argumentation nicht folgen. Was hat der überflüssige Schulausflug in die Alpen mit der gemeinsamen Lernzeit bis zur 6. Klasse zu tun?
Leider hat mir bisher noch niemand den Vorteil längeren gemeinsames Lernens näher gebracht, obwohl immerhin drei Parteien dafür streiten. Dein Kommentar hat mich da auch nicht weiter gebracht.

Ich bin mit dem dreigliedrigen Schulsystem aufgewachsen. Eigentlich ist es zweigliedrig. Es sollte dich entweder auf den Beruf oder auf das Studium vorbereiten. Für beides gibt es gemeinsame Bildungsinhalte, aber auch richtige Unterschiede. Früher sagte man salopp, es gibt die Praktiker und die Theoretiker. 
Unterschiedliche Fähigkeiten und Entwicklungsstadien bilden sich schon sehr früh heraus.
Wie nicht jeder die 100m in unter 13 Sekunden laufen kann, hat der eine eine schnellere, der andere eine langsamere Auffassungsgabe. Natürlich entwickeln sich Kinder auch mit den Jahren unterschiedlich. Aber das passiert ja normalerweise auch nicht im Monats- oder Jahresrhythmus, sondern eher auf längerer Sicht.
Je individueller sich der Lehrstoff dem Kind anpasst, desto besser kann man das jeweilige Kind dann auch gemäß seinen Fähigkeiten fördern (bzw. sollte es gesondert fördern, wenn ein wirklicher Mangel herrscht).
Bei 20 Individuen mit vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen scheint mir das schwer, dies dann auch noch sechs Jahre lang zu machen, eher kontraproduktiv.

Zurück zu den 2 Säulen: Soziologisch ist es immer ein Unterschied ob ich eine akademische oder eine praktische Laufbahn einschlage. Jeder nach seinen Neigungen. Die beiden &quot;Strömungen&quot; bekommst du doch nicht dadurch zusammen gehalten, indem du sie zwingst, länger gemeinsam in einem Schulverband auszuharren.
Wenn du stattdessen forderst, eine Privatschule zu etablieren, förderst du doch gerade die Spaltung der Gesellschaft, in dem dann das Geld den Unterschied macht, ob meine Kinder gute oder schlechte Chancen haben.
Durch die Privatschule besteht dann die Gefahr, dass das &quot;Gymnasium für die breite Masse&quot; ein sinkendes Bildungsniveau unter den Abiturienten zur Folge hat. Dementsprechend sinken dann auch die Ansprüche der Hochschulen (es sei denn, sie sind private Eliteschulen die wieder Geld kosten) und ob das zu besseren Leistungen im entsprechenden Beruf führt, ist eher fraglich.
Andererseits wird mit dem Zusammengehen das Signal ausgegeben, die Schwachen sind ja jetzt besser dran. Durch eine gemeinsame Schule? Wie das denn? Im gemeinsamen Klassenverband langweilen sich die einen, überfordern sich die anderen. Eine ehemalige Klassenlehrerin von der Hauptschule beschrieb ihre erste Migrantenmischklasse so: Die einen konnten im Fach Deutsch nicht (oder nicht ausreichend) folgen, weil sie die Sprache nur unzureichend beherrschten. Die anderen langweilten sich und verschenkten ihr Potential. So hat man es beiden Gruppen nicht recht gemacht.
Besser ist es aus meiner Sicht, gezielt die Schwachen zu fördern und von den Starken zu fordern. Wobei man auch nicht überfordern darf. Ob ein Turboabitur mit den Inhalten des 13.jährigen Abiturs  in 12 Jahren wirklich Sinn macht, kann ich auf Grund fehlender Erfahrung nicht beurteilen (ich kenne jetzt niemand, der dies macht), mir scheint aber, dass eine Überforderung durchaus im Rahmen des Möglichen ist.

Generell sollte es bei der Schule nicht auf die Masse des Lehrstoffes ankommen, sondern wie bereite ich den Nachwuchs nachhaltig auf das Berufsleben vor und verpasse ihnen eine solide Allgemeinbildung. Da ist manchmal weniger mehr.
Die Erfahrung hat ja gezeigt, dass Abiturienten nicht immer besser Lesen und Schreiben können als Hauptschüler.

Leistung ist übrigens immer relativ, ob wir das wollen oder nicht. Für Uruguay ist der vierte Platz wie ein Weltmeistertitel.
Und man braucht einen Ansporn. Bin ich ein guter Schüler (Hauptschule), ist die Motivation doch da (Feedback durch gute Noten). Bin ich ein mieser Schüler (Gymnasium), habe ich Versagensangst, da ich um meine Versetzung bange.

Bis bald,
Michael</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Oliver,</p>
<p>So ganz kann ich deiner Argumentation nicht folgen. Was hat der überflüssige Schulausflug in die Alpen mit der gemeinsamen Lernzeit bis zur 6. Klasse zu tun?<br />
Leider hat mir bisher noch niemand den Vorteil längeren gemeinsames Lernens näher gebracht, obwohl immerhin drei Parteien dafür streiten. Dein Kommentar hat mich da auch nicht weiter gebracht.</p>
<p>Ich bin mit dem dreigliedrigen Schulsystem aufgewachsen. Eigentlich ist es zweigliedrig. Es sollte dich entweder auf den Beruf oder auf das Studium vorbereiten. Für beides gibt es gemeinsame Bildungsinhalte, aber auch richtige Unterschiede. Früher sagte man salopp, es gibt die Praktiker und die Theoretiker.<br />
Unterschiedliche Fähigkeiten und Entwicklungsstadien bilden sich schon sehr früh heraus.<br />
Wie nicht jeder die 100m in unter 13 Sekunden laufen kann, hat der eine eine schnellere, der andere eine langsamere Auffassungsgabe. Natürlich entwickeln sich Kinder auch mit den Jahren unterschiedlich. Aber das passiert ja normalerweise auch nicht im Monats- oder Jahresrhythmus, sondern eher auf längerer Sicht.<br />
Je individueller sich der Lehrstoff dem Kind anpasst, desto besser kann man das jeweilige Kind dann auch gemäß seinen Fähigkeiten fördern (bzw. sollte es gesondert fördern, wenn ein wirklicher Mangel herrscht).<br />
Bei 20 Individuen mit vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen scheint mir das schwer, dies dann auch noch sechs Jahre lang zu machen, eher kontraproduktiv.</p>
<p>Zurück zu den 2 Säulen: Soziologisch ist es immer ein Unterschied ob ich eine akademische oder eine praktische Laufbahn einschlage. Jeder nach seinen Neigungen. Die beiden &#8220;Strömungen&#8221; bekommst du doch nicht dadurch zusammen gehalten, indem du sie zwingst, länger gemeinsam in einem Schulverband auszuharren.<br />
Wenn du stattdessen forderst, eine Privatschule zu etablieren, förderst du doch gerade die Spaltung der Gesellschaft, in dem dann das Geld den Unterschied macht, ob meine Kinder gute oder schlechte Chancen haben.<br />
Durch die Privatschule besteht dann die Gefahr, dass das &#8220;Gymnasium für die breite Masse&#8221; ein sinkendes Bildungsniveau unter den Abiturienten zur Folge hat. Dementsprechend sinken dann auch die Ansprüche der Hochschulen (es sei denn, sie sind private Eliteschulen die wieder Geld kosten) und ob das zu besseren Leistungen im entsprechenden Beruf führt, ist eher fraglich.<br />
Andererseits wird mit dem Zusammengehen das Signal ausgegeben, die Schwachen sind ja jetzt besser dran. Durch eine gemeinsame Schule? Wie das denn? Im gemeinsamen Klassenverband langweilen sich die einen, überfordern sich die anderen. Eine ehemalige Klassenlehrerin von der Hauptschule beschrieb ihre erste Migrantenmischklasse so: Die einen konnten im Fach Deutsch nicht (oder nicht ausreichend) folgen, weil sie die Sprache nur unzureichend beherrschten. Die anderen langweilten sich und verschenkten ihr Potential. So hat man es beiden Gruppen nicht recht gemacht.<br />
Besser ist es aus meiner Sicht, gezielt die Schwachen zu fördern und von den Starken zu fordern. Wobei man auch nicht überfordern darf. Ob ein Turboabitur mit den Inhalten des 13.jährigen Abiturs  in 12 Jahren wirklich Sinn macht, kann ich auf Grund fehlender Erfahrung nicht beurteilen (ich kenne jetzt niemand, der dies macht), mir scheint aber, dass eine Überforderung durchaus im Rahmen des Möglichen ist.</p>
<p>Generell sollte es bei der Schule nicht auf die Masse des Lehrstoffes ankommen, sondern wie bereite ich den Nachwuchs nachhaltig auf das Berufsleben vor und verpasse ihnen eine solide Allgemeinbildung. Da ist manchmal weniger mehr.<br />
Die Erfahrung hat ja gezeigt, dass Abiturienten nicht immer besser Lesen und Schreiben können als Hauptschüler.</p>
<p>Leistung ist übrigens immer relativ, ob wir das wollen oder nicht. Für Uruguay ist der vierte Platz wie ein Weltmeistertitel.<br />
Und man braucht einen Ansporn. Bin ich ein guter Schüler (Hauptschule), ist die Motivation doch da (Feedback durch gute Noten). Bin ich ein mieser Schüler (Gymnasium), habe ich Versagensangst, da ich um meine Versetzung bange.</p>
<p>Bis bald,<br />
Michael</p>
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