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	<title>Kommentare für Fantasyguide</title>
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	<description>Ihr Internetführer in Sachen Phantastik</description>
	<lastBuildDate>Mon, 26 Sep 2011 08:25:19 +0000</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Oliver</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-819</link>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 08:25:19 +0000</pubDate>
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		<description>Einmal zu Borges &amp; de Toro: Seine Texte sind als Ganzes betrachtet nicht über einen Kamm zu scheren, zumindest nicht, wenn man eine einigermaßen differenzierte Bertachtung anstellen will: „Das Sandbuch“ scheint mir zur minimalistischen Phantastik zu gehören, „Die Bibliothek von Babel“ keineswegs zu den realistischen Texten und auch nicht zu den Texten, die ein irgendwie realistisch geartetes Setting benötigen. Es hätte mich schon am Text von de Toro gestört, dass er in dieser Hinsicht nicht differenzierte. Natürlich gehört  „Die Bibliothek von Babel“ nicht zur minimalistischen Phantastik, aber eine Negation derselben kann ich darin auch nicht entdecken. Und warum „Das Sandbuch“ eine Negation sein soll, wird mir aus Text-immanenten Gründen nicht einsichtig.
@Alex: Du mahnst bei den Minimalphantasten eine naive Vorstellung von der Abbildbarkeit der Wirklichkeit an – de Toro, der ja selbst ein Minimalphantast ist, lehnt diese Vorstellung klar ab, wenn er auf die Historizität der Realitätsvorstellungen abhebt.
@Sinmon: Danke für den Link.

Dann zur Phantastik: Es gibt keine endgültige Definition. Eine Definition ist immer ein Werkzeug, das für einen bestimmten Zweck geschaffen wird. Manchmal ist das nur eine ad hoc-Angelegenheit und nur für einen einzigen Text gültig, manchmal ist es für einen wesentlich breiteren Geltungsbereich gedacht. D.h., keine Festlegung einer Textgruppe ist per se besser als andere – es kommt darauf an, welche Fragestellung untersucht werden soll. Minimalphantasten wollen Texte, die eigentlich ganz realistisch scheinen und nur einen punktuellen Bruch aufweisen, diskutieren. Maximalphantasten wollen ganz generell Texte diskutieren, die sich auf unterschiedliche Art mit der (konzeptuellen) Realität auseinandersetzen, indem sie mit ihr brechen. Zugegebenermaßen scheint mir  die Maximalphantastik für literaturwissenschaftliche Methoden ein bisschen breit zu sein. Noch einmal ganz klar: Ich halte beide Textgruppen für untersuchenswert, aber welcher Gruppe man welchen Namen gibt – ob man die Minimalphantastik nun Minimalphantastik, Phantastik oder Zerbrochenen Realismus nennt, ob man die Maximalphantastik nun Maximalphantastik, Phantastik oder Kontrafaktische Fiktion nennet – ist mir relativ gleich, so lange klar ist, über welche Textgruppe man spricht.
Ob man Minimalphantastik nun als Aufeinanderprallen von modern-aufgeklärtem Setting auf ‚unaufgeklärtes‘ Ereignis oder ob man allgemeiner von einer generell realistischen Erzählung (nach dem jeweiligen Kontext) mit unmöglichen Ereignis (nach dem jeweiligen Kontext) beschreibt, hängt sicherlich davon ab, ob man eher ein Genre untersuchen will oder ob man nach allgemeineren Zügen sucht: Lukians „Lügenfreund“ (2. Jh. n. Chr.) lässt sich in Hinsicht „eigentlich-realistische-Geschichte-mit-unmöglichen-Ereignis (nach dem Weltbild aufgeklärter Römer)“ sicherlich betrachten, ins selbe Genre wie Jacques Cazottes „Der verliebte Teufel“, W. W. Jacobs‘ „Die Affenpfote“ oder eben Borges „Das Sandbuch“ gehört der Text sicherlich nicht.

Oliver</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal zu Borges &amp; de Toro: Seine Texte sind als Ganzes betrachtet nicht über einen Kamm zu scheren, zumindest nicht, wenn man eine einigermaßen differenzierte Bertachtung anstellen will: „Das Sandbuch“ scheint mir zur minimalistischen Phantastik zu gehören, „Die Bibliothek von Babel“ keineswegs zu den realistischen Texten und auch nicht zu den Texten, die ein irgendwie realistisch geartetes Setting benötigen. Es hätte mich schon am Text von de Toro gestört, dass er in dieser Hinsicht nicht differenzierte. Natürlich gehört  „Die Bibliothek von Babel“ nicht zur minimalistischen Phantastik, aber eine Negation derselben kann ich darin auch nicht entdecken. Und warum „Das Sandbuch“ eine Negation sein soll, wird mir aus Text-immanenten Gründen nicht einsichtig.<br />
@Alex: Du mahnst bei den Minimalphantasten eine naive Vorstellung von der Abbildbarkeit der Wirklichkeit an – de Toro, der ja selbst ein Minimalphantast ist, lehnt diese Vorstellung klar ab, wenn er auf die Historizität der Realitätsvorstellungen abhebt.<br />
@Sinmon: Danke für den Link.</p>
<p>Dann zur Phantastik: Es gibt keine endgültige Definition. Eine Definition ist immer ein Werkzeug, das für einen bestimmten Zweck geschaffen wird. Manchmal ist das nur eine ad hoc-Angelegenheit und nur für einen einzigen Text gültig, manchmal ist es für einen wesentlich breiteren Geltungsbereich gedacht. D.h., keine Festlegung einer Textgruppe ist per se besser als andere – es kommt darauf an, welche Fragestellung untersucht werden soll. Minimalphantasten wollen Texte, die eigentlich ganz realistisch scheinen und nur einen punktuellen Bruch aufweisen, diskutieren. Maximalphantasten wollen ganz generell Texte diskutieren, die sich auf unterschiedliche Art mit der (konzeptuellen) Realität auseinandersetzen, indem sie mit ihr brechen. Zugegebenermaßen scheint mir  die Maximalphantastik für literaturwissenschaftliche Methoden ein bisschen breit zu sein. Noch einmal ganz klar: Ich halte beide Textgruppen für untersuchenswert, aber welcher Gruppe man welchen Namen gibt – ob man die Minimalphantastik nun Minimalphantastik, Phantastik oder Zerbrochenen Realismus nennt, ob man die Maximalphantastik nun Maximalphantastik, Phantastik oder Kontrafaktische Fiktion nennet – ist mir relativ gleich, so lange klar ist, über welche Textgruppe man spricht.<br />
Ob man Minimalphantastik nun als Aufeinanderprallen von modern-aufgeklärtem Setting auf ‚unaufgeklärtes‘ Ereignis oder ob man allgemeiner von einer generell realistischen Erzählung (nach dem jeweiligen Kontext) mit unmöglichen Ereignis (nach dem jeweiligen Kontext) beschreibt, hängt sicherlich davon ab, ob man eher ein Genre untersuchen will oder ob man nach allgemeineren Zügen sucht: Lukians „Lügenfreund“ (2. Jh. n. Chr.) lässt sich in Hinsicht „eigentlich-realistische-Geschichte-mit-unmöglichen-Ereignis (nach dem Weltbild aufgeklärter Römer)“ sicherlich betrachten, ins selbe Genre wie Jacques Cazottes „Der verliebte Teufel“, W. W. Jacobs‘ „Die Affenpfote“ oder eben Borges „Das Sandbuch“ gehört der Text sicherlich nicht.</p>
<p>Oliver</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Anubis</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-811</link>
		<dc:creator>Anubis</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 19:54:42 +0000</pubDate>
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		<description>»Auch Kafka (und auch Borges) brauchen, um ihre verstörende Wirkung zu entfalten, letztlich eine Vorstellung von Realität. Ihre Wirkung beziehen sie ja nicht zuletzt daraus, dass der Gegensatz ›Realität/Wunderbares‹ so nicht mehr funktioniert, aber beim Rezipienten immer noch rumspukt [...].«

Was auch erklärt, warum Borges nicht zum magischen Realismus gehört. Der funktioniert m.E. so, dass die Identifikation dessen, was als wunderbar gilt, verschoben wird. In einem magisch-realistischen Szenario werden im Vergleich zu herkömmlicher phantastischer oder realistischer Literatur andere Dinge als real bzw. wunderbar identifiziert – daher auch die gelegentlich aufgeworfene Frage nach der Nähe von magischem Realismus und Fantasy, in der es auch zur Prämisse gehört, Dinge als normal zu schilder, die es in unserer Welt nicht sind.

Bei Borges lässt sich eine solche Verschiebung der Konnotationen aber nicht feststellen, finde ich. Borges geht es eher darum zu sagen, dass jedes Weltbild unsicher und irreal ist, und nicht darum, dass in einer gewissen Perspektive ein Eisblock wunderbar und ein fliegender Teppich real sein kann (um mal das magisch-realistische Klischee zu bemühen).

Zu den ganzen Phantastikdefinitionen fällt mir die Frage ein, inwiefern dabei eigentlich außerliterarische Faktoren mehr oder weniger bewusst einfließen? Mir scheint, wenn Phantastik ausschließlich dann vorliegen soll, wenn eine klare Gegenüberstellung von rational erklärbarer Wirklichkeit und unheimlich-unerklärlichem Ereignis vorliegt, dann wäre Phantastik nur auf dem Boden eines positivistisch-rationalistischem Weltbildes möglich. Das kommt mir aber sehr normativ und ideologisch verengt vor. Die Erschütterung des zugrundeliegenden Weltbilds würde konsequenterweise die Phantastik unmöglich machen – in meinen Augen ein krasser Kurzschluss zwischen Literatur und außerliterarischen Verhältnissen.

Ich bin kein Literaturwissenschaftler und habe wenig Ahnung – aber müsste sich nicht viel einfacher arbeiten lassen, wenn man zugrundelegt, dass Phantastik sich grundlegend mit dem Verhältnis zwischen Realem und Wunderbaren befasst? Ohne die Definition in irgendeine Richtung normativ aufzulösen, indem man etwa Reales und Wunderbares disjunktiv einander gegenüberstellt (klassische Phantastik), die Auflösung dieser Dichotomie betreibt (Kafka &amp; Borges) oder sie zu relativieren bzw. neu zu amalgamieren versucht (magischer Realismus)? Würde man von einer dieser drei Varianten behaupten, sie stelle das eigentlich Phantastische dar, könnte man das ja doch nur anhand außerliterarischer Kriterien tun, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>»Auch Kafka (und auch Borges) brauchen, um ihre verstörende Wirkung zu entfalten, letztlich eine Vorstellung von Realität. Ihre Wirkung beziehen sie ja nicht zuletzt daraus, dass der Gegensatz ›Realität/Wunderbares‹ so nicht mehr funktioniert, aber beim Rezipienten immer noch rumspukt [...].«</p>
<p>Was auch erklärt, warum Borges nicht zum magischen Realismus gehört. Der funktioniert m.E. so, dass die Identifikation dessen, was als wunderbar gilt, verschoben wird. In einem magisch-realistischen Szenario werden im Vergleich zu herkömmlicher phantastischer oder realistischer Literatur andere Dinge als real bzw. wunderbar identifiziert – daher auch die gelegentlich aufgeworfene Frage nach der Nähe von magischem Realismus und Fantasy, in der es auch zur Prämisse gehört, Dinge als normal zu schilder, die es in unserer Welt nicht sind.</p>
<p>Bei Borges lässt sich eine solche Verschiebung der Konnotationen aber nicht feststellen, finde ich. Borges geht es eher darum zu sagen, dass jedes Weltbild unsicher und irreal ist, und nicht darum, dass in einer gewissen Perspektive ein Eisblock wunderbar und ein fliegender Teppich real sein kann (um mal das magisch-realistische Klischee zu bemühen).</p>
<p>Zu den ganzen Phantastikdefinitionen fällt mir die Frage ein, inwiefern dabei eigentlich außerliterarische Faktoren mehr oder weniger bewusst einfließen? Mir scheint, wenn Phantastik ausschließlich dann vorliegen soll, wenn eine klare Gegenüberstellung von rational erklärbarer Wirklichkeit und unheimlich-unerklärlichem Ereignis vorliegt, dann wäre Phantastik nur auf dem Boden eines positivistisch-rationalistischem Weltbildes möglich. Das kommt mir aber sehr normativ und ideologisch verengt vor. Die Erschütterung des zugrundeliegenden Weltbilds würde konsequenterweise die Phantastik unmöglich machen – in meinen Augen ein krasser Kurzschluss zwischen Literatur und außerliterarischen Verhältnissen.</p>
<p>Ich bin kein Literaturwissenschaftler und habe wenig Ahnung – aber müsste sich nicht viel einfacher arbeiten lassen, wenn man zugrundelegt, dass Phantastik sich grundlegend mit dem Verhältnis zwischen Realem und Wunderbaren befasst? Ohne die Definition in irgendeine Richtung normativ aufzulösen, indem man etwa Reales und Wunderbares disjunktiv einander gegenüberstellt (klassische Phantastik), die Auflösung dieser Dichotomie betreibt (Kafka &amp; Borges) oder sie zu relativieren bzw. neu zu amalgamieren versucht (magischer Realismus)? Würde man von einer dieser drei Varianten behaupten, sie stelle das eigentlich Phantastische dar, könnte man das ja doch nur anhand außerliterarischer Kriterien tun, oder?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Simon Spiegel</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-805</link>
		<dc:creator>Simon Spiegel</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 20:08:48 +0000</pubDate>
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		<description>@molo: Wir sind ja schon oft bei diesem Punkt gelandet, aber ich denke nach wie vor, dass Du hier auf einen Strohmann einschlägst. Du rennst da gegen eine Position an, die so eigentlich kaum jemand vertritt. Natürlich bildet Literatur – und Kunst generell – &quot;die Wirklichkeit&quot; nie einfach ab. Natürlich gibt es alle möglichen Spielarten &quot;nicht-realistischer&quot; Welten und natürlich ist jede Art von &quot;Realismus&quot; immer auch durch Konventionen bestimmt. Das ist aber keine irgendwie neue Erkenntnis (oder allenfalls für Leute neu, die über 100 Jahre künstlerische Praxis und theoretische Überlegung verpasst haben).

Ebenso unbestritten ist es aber auch, dass es gewisse Formen &quot;nicht-realistischer&quot; Literatur gibt, bei denen es darum geht, Vorstellungen von &quot;Realität&quot; in Frage zu stellen und diese brauchen eben eine Form von Realismus, von der sie ausgehen können. «The Black Cat» braucht das ebenso wie «Shining» oder «Rosemary&#039;s Baby»; ohne eine &quot;realistische&quot; Welt ohne &quot;wiederkehrende Katzen&quot;, &quot;verwünschten Hotels&quot; oder Teufel funktionieren diese Erzählungen (respektive Filme nicht). 

Dass das nicht die einzige Form ist, bestreitet ja nicht einmal Todorov, denn nicht umsonst betrachtet er Phantastik in seinem engen Verständnis primär als eine Erscheinung des 19. Jahrhunderts; sie korreliert zeitlich also  – natürlich keineswegs zufällig – mit dem bürgerlichem Realismus. Und was Todorov bei der «Verwandlung» beschreibt, ist ja genau das Auseinanderfallen dieser Form von Phantastik mit dem Aufkommen literarischen Moderne, die einen einheitlichen Realismusbegriff in Frage stellt.

Dennoch: Auch Kafka (und auch Borges) brauchen, um ihre verstörende Wirkung zu entfalten, letztlich eine Vorstellung von Realität. Ihre Wirkung beziehen sie ja nicht zuletzt daraus, dass der Gegensatz &quot;Realität/Wunderbares&quot; so nicht mehr funktioniert, aber beim Rezipienten immer noch rumspukt (von der weniger avancierten Literatur ganz zu schweigen. Ich würde behaupten, dass auch heute noch der grosse Teile von Horror, Fantasy etc. nach wie vor auf der Dichotomie &quot;Realismus/Wunderbares&quot; aufbaut. Avanciertere Formen, die diese Unterscheidungen unterlaufen, mögen interessanter sein, sie dürften aber kaum die Mehrheit bilden).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@molo: Wir sind ja schon oft bei diesem Punkt gelandet, aber ich denke nach wie vor, dass Du hier auf einen Strohmann einschlägst. Du rennst da gegen eine Position an, die so eigentlich kaum jemand vertritt. Natürlich bildet Literatur – und Kunst generell – &#8220;die Wirklichkeit&#8221; nie einfach ab. Natürlich gibt es alle möglichen Spielarten &#8220;nicht-realistischer&#8221; Welten und natürlich ist jede Art von &#8220;Realismus&#8221; immer auch durch Konventionen bestimmt. Das ist aber keine irgendwie neue Erkenntnis (oder allenfalls für Leute neu, die über 100 Jahre künstlerische Praxis und theoretische Überlegung verpasst haben).</p>
<p>Ebenso unbestritten ist es aber auch, dass es gewisse Formen &#8220;nicht-realistischer&#8221; Literatur gibt, bei denen es darum geht, Vorstellungen von &#8220;Realität&#8221; in Frage zu stellen und diese brauchen eben eine Form von Realismus, von der sie ausgehen können. «The Black Cat» braucht das ebenso wie «Shining» oder «Rosemary&#8217;s Baby»; ohne eine &#8220;realistische&#8221; Welt ohne &#8220;wiederkehrende Katzen&#8221;, &#8220;verwünschten Hotels&#8221; oder Teufel funktionieren diese Erzählungen (respektive Filme nicht). </p>
<p>Dass das nicht die einzige Form ist, bestreitet ja nicht einmal Todorov, denn nicht umsonst betrachtet er Phantastik in seinem engen Verständnis primär als eine Erscheinung des 19. Jahrhunderts; sie korreliert zeitlich also  – natürlich keineswegs zufällig – mit dem bürgerlichem Realismus. Und was Todorov bei der «Verwandlung» beschreibt, ist ja genau das Auseinanderfallen dieser Form von Phantastik mit dem Aufkommen literarischen Moderne, die einen einheitlichen Realismusbegriff in Frage stellt.</p>
<p>Dennoch: Auch Kafka (und auch Borges) brauchen, um ihre verstörende Wirkung zu entfalten, letztlich eine Vorstellung von Realität. Ihre Wirkung beziehen sie ja nicht zuletzt daraus, dass der Gegensatz &#8220;Realität/Wunderbares&#8221; so nicht mehr funktioniert, aber beim Rezipienten immer noch rumspukt (von der weniger avancierten Literatur ganz zu schweigen. Ich würde behaupten, dass auch heute noch der grosse Teile von Horror, Fantasy etc. nach wie vor auf der Dichotomie &#8220;Realismus/Wunderbares&#8221; aufbaut. Avanciertere Formen, die diese Unterscheidungen unterlaufen, mögen interessanter sein, sie dürften aber kaum die Mehrheit bilden).</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von molosovsky</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-803</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 20:37:04 +0000</pubDate>
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		<description>Danke für diesen Satz Simi…

&gt;&gt;de Toros Hauptthese ja, dass bei Borges der Gegensatz zwischen “Realismus” und “Wunderbarem”, der für die “klassischen” Phantastiktheorien (Todorov et al.) zentral ist, nicht mehr gegeben ist, weil es gar keine “Realität” mehr gibt. &lt;&lt;

… dann an ihm kann ich anknüpfen, was mich an dieser strukturalistischen / minimalistischen Phantastik-Definition / Sichtweise immer so umtreibt. Sie geht davon aus — und folgt damit ziemlich unterwürfig dem Postulat des bürgerlichen Realismus —, dass die Literatur ›DIE WIRKLICHKEIT‹ abzubilden vermag. Wobei dieses Wort ›abbilden‹ die Crux ist, denn Medien, also Werke, welche vermitteln, Mittler sind, also zwischen mindestens zwei Polen wirken, bilden nicht ab, sondern vermitteln eben. Was also z.B. Literatur anstellt, ist das Evozieren von Effekten (Gedanken, Hineinversetz- und Nachvollzieh-Anreizen, Vorstellungs-Anstößen, Zusammenhangs-Klötzchen usw), seien es Realismus-Effekte, oder Verzauberungs- oder Beruhigungs-, oder Erbauungs-, oder Nostalgie-, oder Sentimentalitäts,- Zufriedenheits-, Verstörungs- oder oder oder -Effekte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für diesen Satz Simi…</p>
<p>&gt;&gt;de Toros Hauptthese ja, dass bei Borges der Gegensatz zwischen “Realismus” und “Wunderbarem”, der für die “klassischen” Phantastiktheorien (Todorov et al.) zentral ist, nicht mehr gegeben ist, weil es gar keine “Realität” mehr gibt. &lt;&lt;</p>
<p>… dann an ihm kann ich anknüpfen, was mich an dieser strukturalistischen / minimalistischen Phantastik-Definition / Sichtweise immer so umtreibt. Sie geht davon aus — und folgt damit ziemlich unterwürfig dem Postulat des bürgerlichen Realismus —, dass die Literatur ›DIE WIRKLICHKEIT‹ abzubilden vermag. Wobei dieses Wort ›abbilden‹ die Crux ist, denn Medien, also Werke, welche vermitteln, Mittler sind, also zwischen mindestens zwei Polen wirken, bilden nicht ab, sondern vermitteln eben. Was also z.B. Literatur anstellt, ist das Evozieren von Effekten (Gedanken, Hineinversetz- und Nachvollzieh-Anreizen, Vorstellungs-Anstößen, Zusammenhangs-Klötzchen usw), seien es Realismus-Effekte, oder Verzauberungs- oder Beruhigungs-, oder Erbauungs-, oder Nostalgie-, oder Sentimentalitäts,- Zufriedenheits-, Verstörungs- oder oder oder -Effekte.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Simon Spiegel</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-801</link>
		<dc:creator>Simon Spiegel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 05:05:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1797#comment-801</guid>
		<description>De Toros Text ist übrigens &lt;a href=&quot;http://www.uni-leipzig.de/~detoro/borgesantifantastik/borantifantdt.htm&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;online&lt;/a&gt; lesbar. Ich habe den Text jetzt nicht noch einmal gelesen, aber soweit ich mich erinnern kann, ist de Toros Hauptthese ja, dass bei Borges der Gegensatz zwischen &quot;Realismus&quot; und &quot;Wunderbarem&quot;, der für die &quot;klassischen&quot; Phantastiktheorien (Todorov et al.) zentral ist, nicht mehr gegeben ist, weil es gar keine &quot;Realität&quot; mehr gibt. Zumindest darin würde ich ihm auch voll zustimmen. Aber ich habe den Text insgesamt auch als ziemlich mühsam in Erinnerung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>De Toros Text ist übrigens <a href="http://www.uni-leipzig.de/~detoro/borgesantifantastik/borantifantdt.htm" rel="nofollow">online</a> lesbar. Ich habe den Text jetzt nicht noch einmal gelesen, aber soweit ich mich erinnern kann, ist de Toros Hauptthese ja, dass bei Borges der Gegensatz zwischen &#8220;Realismus&#8221; und &#8220;Wunderbarem&#8221;, der für die &#8220;klassischen&#8221; Phantastiktheorien (Todorov et al.) zentral ist, nicht mehr gegeben ist, weil es gar keine &#8220;Realität&#8221; mehr gibt. Zumindest darin würde ich ihm auch voll zustimmen. Aber ich habe den Text insgesamt auch als ziemlich mühsam in Erinnerung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Oliver</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-798</link>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 08:53:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1797#comment-798</guid>
		<description>@molo: Das Thesengewirr mag auf meine unfreundliche Lesart zurückgehen - ich mag den Text nicht. Inwiefern Toro dir im Verständnis der verschiedenen Aspekte von realistischer/phantastischer Literatur nahe ist, darüber kann ich natürlich nur orakeln; der Text lässt sich darüber nicht aus. Ich tippe allerdings, dass ihr nicht soweit von einander entfernt seid, wie die Nomenklatur impliziert. Darin liegt ihr natürlich meilenweit auseinander - Toro benennt eben Texte, die im Großen und Ganzen realistisch sind und nur punktuell, das aber ganz gezielt, mit realistischen Normen brechen, als &quot;Fantastik&quot;. Andere Texte benennt er anders. Welche Gruppen er da sieht und welche nicht, lässt der Artikel wieder im unklaren.
Ich denke, Toro - und viele andere Anhänger der minimalistischen Phantastik-Benennung - haben insofern recht, als dass es schon gewichtige Eigenart ist; ob man nun diese gerade &quot;Fantastische Literatur&quot; nennen muss ...
Aber das hatten wir alles schon mal.

@Anubis: Inhaltlich würde ich Toro sogar in vielen Punkten zustimmen; auch bei seiner Borges-Analyse gibt es für mich wenig zu kritisieren. Allerding teile ich den unglaubliche Wert, den er den Vorstellungen des Autor bei der Einordnung des Werkes zuweist, nicht. Damit sind dann auch seine Schlüsse für mich unannehmbar.

Oliver</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@molo: Das Thesengewirr mag auf meine unfreundliche Lesart zurückgehen &#8211; ich mag den Text nicht. Inwiefern Toro dir im Verständnis der verschiedenen Aspekte von realistischer/phantastischer Literatur nahe ist, darüber kann ich natürlich nur orakeln; der Text lässt sich darüber nicht aus. Ich tippe allerdings, dass ihr nicht soweit von einander entfernt seid, wie die Nomenklatur impliziert. Darin liegt ihr natürlich meilenweit auseinander &#8211; Toro benennt eben Texte, die im Großen und Ganzen realistisch sind und nur punktuell, das aber ganz gezielt, mit realistischen Normen brechen, als &#8220;Fantastik&#8221;. Andere Texte benennt er anders. Welche Gruppen er da sieht und welche nicht, lässt der Artikel wieder im unklaren.<br />
Ich denke, Toro &#8211; und viele andere Anhänger der minimalistischen Phantastik-Benennung &#8211; haben insofern recht, als dass es schon gewichtige Eigenart ist; ob man nun diese gerade &#8220;Fantastische Literatur&#8221; nennen muss &#8230;<br />
Aber das hatten wir alles schon mal.</p>
<p>@Anubis: Inhaltlich würde ich Toro sogar in vielen Punkten zustimmen; auch bei seiner Borges-Analyse gibt es für mich wenig zu kritisieren. Allerding teile ich den unglaubliche Wert, den er den Vorstellungen des Autor bei der Einordnung des Werkes zuweist, nicht. Damit sind dann auch seine Schlüsse für mich unannehmbar.</p>
<p>Oliver</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von Anubis</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-795</link>
		<dc:creator>Anubis</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 09:00:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1797#comment-795</guid>
		<description>Scheint ja eine kuriose Mischung aus »der Autor hat auf jeden Fall recht« und strukturalistischer Literaturtheorie zu sein. Aber in einem Punkt hat der Mensch recht: dass Borges dem Magischen Realismus zugerechnet wird, wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Scheint ja eine kuriose Mischung aus »der Autor hat auf jeden Fall recht« und strukturalistischer Literaturtheorie zu sein. Aber in einem Punkt hat der Mensch recht: dass Borges dem Magischen Realismus zugerechnet wird, wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hat Borges phantastische Werke verfasst? von molosovsky</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1797&#038;cpage=1#comment-794</link>
		<dc:creator>molosovsky</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 21:29:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1797#comment-794</guid>
		<description>Netter Quatsch, wirft der ›Maximalphantast‹ ein. Klingt nach Thesengewirr von jemanden, der glaubt, der ›Realismuseffekt‹ mimetischer Werke wäre selbst bar jeglicher ›phantastischer‹ Aspekte. — Seufz.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Netter Quatsch, wirft der ›Maximalphantast‹ ein. Klingt nach Thesengewirr von jemanden, der glaubt, der ›Realismuseffekt‹ mimetischer Werke wäre selbst bar jeglicher ›phantastischer‹ Aspekte. — Seufz.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Die magische Schreibmaschine: Jacques Cazotte: Le diable amoureux. Nouvelle espagnole. Vorschlag zu einer anderen Leseweise von Hat Borges phantastische Werke verfasst? &#171; Fantasyguide</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1732&#038;cpage=1#comment-792</link>
		<dc:creator>Hat Borges phantastische Werke verfasst? &#171; Fantasyguide</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 11:21:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1732#comment-792</guid>
		<description>[...] man Alfonso de Toro folgt, dann nicht. Heute gibt es wieder eine Fortsetzung aus dem von Elmar Schenkel, Wolfgang F. Schwarz, Ludwig Stockinger und dem zuvor genannten Autor [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] man Alfonso de Toro folgt, dann nicht. Heute gibt es wieder eine Fortsetzung aus dem von Elmar Schenkel, Wolfgang F. Schwarz, Ludwig Stockinger und dem zuvor genannten Autor [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Über die verkommene britische Gesellschaft von lapismont</title>
		<link>http://blog.fantasyguide.de/?p=1776&#038;cpage=1#comment-786</link>
		<dc:creator>lapismont</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Aug 2011 09:26:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.fantasyguide.de/?p=1776#comment-786</guid>
		<description>Man kann nicht rechtzeitig genug warnen. Das Modell Demokratie scheint sich langsam als zu ineffektiv zu erweisen, um Reichtum zu mehren.
Diktatur und Krieg sind eine logische Folge, betrachtet man die Geschichte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann nicht rechtzeitig genug warnen. Das Modell Demokratie scheint sich langsam als zu ineffektiv zu erweisen, um Reichtum zu mehren.<br />
Diktatur und Krieg sind eine logische Folge, betrachtet man die Geschichte.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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