Die Bundesregierung will mit einem Konjunkturpaket der beginnenden Rezession entgegenwirken. Getreu der volkswirtschaftlichen Lehre, dass in Zeiten des Abschwungs Investitionen des Staates den nächsten Aufschwung anschubsen. Der ausgeglichene Haushalt käme dann halt später.
Nun, auch das ist wohl eine Regel. Immer wenn man gerade kurz davor steht, Schulden abzubauen, kommt die nächste Krise und ach, leider helfen dann nur wieder neue Ausgaben.
Wer sich die Zahlen der Schulden und Zinseszinsen anschaut, verliert schnell jeglichen Bezug zur Realität. Allein nach der Wiedervereinigung hat der deutsche Staat über Eintausend Milliarden Schulden aufgenommen. Das ist genauso unvorstellbar, wie die Absichten der jeweiligen Regierungen, je etwas davon abzubauen.
Nun kann man es den Politikern nicht wirklich vorwerfen. Sie sind Instrumente im Orchester der herrschenden Klasse und die besteht nun einmal aus jenen Menschen, denen Firmen, Banken und Konzerne gehören. Also genau jene, die in erster Linie vom Konjunkturpaket profitieren, genau – der Profit profitiert.
Sicher, es werden auch einige Schulen saniert, soviel ist da schon drin. Warum es so viele marode Bildungseinrichtungen gibt, interessiert da schon deutlich weniger. Wenn eine Bank im Hilfe ruft, auch wenn sie sich selbst in den Ruin trieb, springt unser Staat jubelnd mit Geld ein, wenn eine oder auch alle Schulen rufen, wird müde abgewunken – kein Geld, leere Kassen.
Überhaupt sind Fragen nach Ursachen sehr unbeliebt.
Die arme Automobilindustrie nagt am Hungertuch, weil wir Deutschen keine neuen Autos kaufen. Also schnell etwas erfunden, dass den Konsum anregt.
Dass die Autos in den letzten Jahrzehnten zunehmend sinnlos mit technischen Spielereien in Luxusspielzeuge verwandelt wurden, die mit Preisen jenseits des Erträglichen »locken«, kommt bei der Ursachenforschung überhaupt nicht vor. Die fünfsitzige Familienkutsche kostet als Neuwagen mühelos zwei Jahreseinkommen. Ach, Ihr Einkommen liegt drüber? Willkommen in der Minderheit.
Ähnliches gibt es auch im Gesundeitswesen zu vermelden. Jede erfolgreiche Heilung ist begrüßenswert, Forschung und Entwicklung dazu zwingend notwendig – jedoch hat der Staat längst die Kontrolle über die Kosten verloren. Die Summen, die im deutschen Gesundheitswesen hin und her geschoben werden, sind ebenso gigantisch, wie unsere Schulden.
Und am Ende der Nahrungskette sitzen wie immer Konzerne, nicht der Patient und nicht der Pfleger.
Die Finanzkrise spülte wieder einmal jede Menge dubioser Unternehmensstrategien um schnell viel Geld zu verdienen in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Erstaunlicherweise werden diese »Fehlentwicklungen« immer erst hinterher aufgedeckt, auch wenn unzählige Banken jahrelang derartiges praktizieren. Verantwortliche Manager oder gar Besitzer findet man jedoch nicht, denn es gibt ja gar keinen der verantwortlich ist. Alles ist irgendwie von Gesetzen abgedeckt, damit nur gar keiner »Schuld« sein kann. Vielleicht war einer zu dumm und wird dann wegen Steuerhinterziehung belangt – dann ist es gut viel Wissen anbieten zu können und schwubs ist man raus aus dem drohenden Knastaufenthalt.
Doch Vorsicht, liebe Leser, versuchen sie es nicht selbst. Wenn Sie Ihre Bank betrügen wollen, merkt die das schneller als sie denken können und dem Richter interessiert dann auch nicht, was Sie über die Sparbüchse Ihres Nachbarn wissen. Fangen Sie erst ab etwa 70 Millionen mit derartigen Ideen an, oder sparen Sie dann lieber noch etwas, sicherheitshalber.
Mein Geld gehört nicht mir. Und das ist auch egal. Wahrscheinlich fließen meine Steuern direkt einmal um die Welt im globalen Datenstrom, mal mit Plus und mal mit Minus davor, ein kleines Bit für die Menschheit und eine großes Bitte für irgendwen.
Doch hilft uns hier kein Weh und Ach, es ist ja unser Staat. Wir sind die braven Milchkühe und werden auch diese Krise widerkäuend überstehen.