Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Geister am Halloween scheiden. Da gibt es die Erwachsenen wie M. John Harrison, die sich darüber ärgern, dass 35jährige Kidults Plastikhexenhüte aufsetzten statt erwachsen zu werden, es gibt Katholiken, die sich darüber ärgern, wie sehr das Böse, das es ganz sicher in der Welt gibt (er meint hier Geister und Dämonen und nicht katholische Kinderschänder), beim Halloween-Fest verharmlost wird, es gibt Protestanten, die zwar keine Spielverderber sein wollen, es aber doof finden, dass der Reformationstag in Vergessenheit gerät und daher Luther-Bonbons verteilen, es gibt deutsche Traditionalisten, die sich darüber beschweren, dass ein amerikanisches Fest in Deutschland gefeiert wird, es gibt irische Traditionalisten, die sich darüber ärgern, dass ein irisches Fest von den Amis so verhunzt wird, es gibt Kapitalismuskritiker, die es ärgerlich finden, dass ein weiteres Konsumfest etabliert wird, und es gibt Spielwaren- und Süßwarenhersteller, die sich darüber ärgern, dass nicht mehr gekauft wird. Wer glaubt, dass es in der Freizeitkultur nicht auch um Macht ginge, soll mir mal erklären, warum so scharf um die Deutungshoheit des Halloween-Festes gestritten wird.
Und was werde ich machen? Mit Chips & einem gewissen leicht alkoholischem Getränk die Buffy the Vampire Slayer-Folge Das Bier der bösen Denkungsart sehen.
Oliver
