Archiv für November 2009

Köpenick geht unter

Montag, 30. November 2009

St. Pauli – Union Berlin 3:0.  Ich habe das Spiel auf Sky verfolgt. Eigentlich hätte der Hamburger Sieg viel höher ausfüllen müssen. Ein 6:0 wäre ein gerechteres Ergebnis gewesen.

Ich frage mich, warum die Berliner so weit oben stehen. Da bleiben die wohl nicht lange. Und für um die Neuendorfer wird mir Angst und Bange. Die TuS wird nächste Woche die Kicker vom Kiez empfangen und nach den zuletzt gezeigten Leistungen schreit alles nach einer Klatsche für die Koblenzer.

Na, lapismont. Mal gespannt wie die TuS gegen die Eisernen von Union besteht. Zu Hause gab es ein friedliches Unentschieden. Aber vielleicht sind die Neuendörfer bis zum Rückspiel schon abgestiegen.

Ich hoffe aber nicht.

Play it again: Afghanistan

Samstag, 28. November 2009

Ich hatte Mitte September schon über das von Oberst Klein befohlene Bombardement geschrieben. Lange Zeit war jede Kritik abgebügelt worden: Klein hat korrekt gehandelt, es sind keine Zivilisten getötet worden, alle, die Anderes behaupten, lügen. Jetzt hat sich erwiesen, dass die Bundeswehr durch eine Feldjägerstreife schon seit September von zivilen Toten wusste, es aber ‘vertuscht’ hat; der oberste Soldat, Generalinspektor Schneiderhahn ist weg, der damals zuständige Verteidigungsminister Jung ist weg. So weit so gut. Doch Gregor Gysi stellte eine interessante Frage – er fragte sich, die Journalisten mit Mikrophon und die deutschen Zuschauer im Allgemeinen, warum die Toten vertuscht werden sollten; schließlich wisse jeder, dass es in Kriegen (oder kriegsähnlichen Situationen) früher oder später zu ‘Kolateralschäden’ komme. Und in dieser Hinsicht hat er völlig recht.
Heute Abend kommt die Sendung “Streitkräfte und Strategien” auf NDR-Info, die kritisch sich mit dem Themenfeld befasst, hoffentlich auch mit diesem Vorfall. Mal sehen, vielleicht werde ich mich dies bezüglich noch einmal melden.

Oliver

Mehr Demokratie wagen

Sonntag, 22. November 2009

Das will die SPD laut ihrem neuen Vorturner Gabriel.  Das wollte schon Willy Brandt, doch später kam der Deutsche Herbst und Helmut Schmidt. Helmut Schmidt war jetzt eher General als Demokrat und dementsprechend verlor er den Rückhalt in seiner Partei und damit auch die Kanzlerschaft. Der gute Schmidt hatte genügend Krisen zu bewältigen, dass man für seine harte Linie Verständnis haben kann, ein Mann des Volkes war er garantiert nicht. Die Verehrung, die ihm im Alter zu teil wurde, verklärt das manchmal.

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Das Leben der Wünsche II

Samstag, 21. November 2009

Anfang dieser Woche habe ich Glavinics Roman durchgelesen, die Rezension skizziert, bin aber bisher nicht zum Ausformulieren gekommen. Ich hatte ja bereits gesagt, dass es ein krasser Roman sei, und dass ich halb befürchtete und halb hoffte, dass Glavinic die Schraube noch einmal anziehen würde. Nun, ja, ich hatte gut die Hälfte gelesen und für kurze Zeit wird es auch noch heftiger – bis zum Ende des zweiten Teils (etwa drei Viertel des Romans). Dann folgt der dritte (und letzte) Teil, in dem ich nicht wirklich sehe, dass die Geschichte vorangebracht wird. Schade. Mein Vorschlag: Lest nur die ersten beiden Abschnitte und lasst den letzten weg. Malt euch aus, wie es mit Jonas weiter (zu ende?) geht. Doch auch so gehört der Roman noch zu den beeindruckendsten Geschichten, die ich dieses Jahr gelesen habe. Die ganze Rezension gibt es vermutlich Anfang nächster Woche.

Oliver

Die Klimakatastrophe macht Pause

Samstag, 21. November 2009

Ich bin echt entsetzt. Die PR Machine Klimawandel hatte eigentlich keinen Zweifel gelassen. Und jetzt das. Das mediterane Klima kommt nicht zu mir. Muss der Berg doch zum Propheten?

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Rolando vom Erdbeerhut

Freitag, 20. November 2009

Der Herbst ging zu Ende. Goldenes Licht spiegelte sich auf dem Laub, das in roten und gelben Farben leuchtete. In der Sonne war es warm, doch morgens und abends wurde es schon empfindlich kalt. Der November nahte und mit ihm die ungemütliche Jahreszeit.
Rolando vom Erdbeerhut saß wie üblich an der Theke des Alpensterns, vor ihm ein kleines Bier, und haderte mit sich selbst. Musste er sich breitschlagen lassen und heute Nachmittag noch mal die Fußballstiefel schnüren?

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Wohin mit dem Hass?

Mittwoch, 18. November 2009

Der Berliner Postbahnhof ist seit einigen Jahren eine kleine feine Konzertlocation, die ich noch aus meiner Schülerzeit kenne, damals ging dort noch richtige Post ab, heute probieren das diverse Künstler. Gestern besetzte Jochen Distelmeyer die Bühne.
Sein Solo-Debüt “Heavy” ist noch keine zwei Monate alt und obwohl die Single “Lass Uns Liebe Sein” ein schon ziemlich perfekter Pop-Song ist, verweigert der Berliner Äther konsequent die Zusammenarbeit.
Doch was das Radio nicht spielt hat trotzdem seine Fans – Distelmeyer rockte uns also gestern die Nacht um die Ohren, mit einem bunt gemixten Queerbeet durch die Blumfeldgeschichte und den Songs aus “Heavy”. Der Sound brach dabei deutlich aus der glatten Studioproduktion heraus, was ganz besonders “Hiob” zu einem fulminanten Hammer werden ließ. Man glaubt kaum, dass dieselbe Band auch gnadenlos sensibel Songs wie “Regen”, das auf dem Album a cappella gesungen wird oder “Schmetterlings Gang” zelebrieren kann.
“Lass Uns Liebe Sein” widmete Distelmeyer übrigens Megan Fox, was den Song für mich für immer und ewig verdorben hat. Nicht weil ich Megan Fox hässlich finde, sondern weil mir das viel zu enthüllend ist.
Ansonsten redete Distelmeyer nur ganz wenig, er sagt ja auch genug in seinen reich bebilderten Texten, mal davon abgesehen, dass er einfach wunderbar singen kann. Lediglich eine Ansage konnte er dann doch nicht ganz ohne bösen Hieb durchrauschen lassen:

Wir haben einen neuen Bundesaußenminister: Guido Westerwelle. Der nächste Song heißt: Eintragung ins Nichts.

So schön kann eine politische Meinung sein.
Obwohl die Menge noch begeistert mehr verlangte, endete das Konzert nach drei Zugaben doch noch irgendwann. Es war geil, verrucht rockig und wunderschön.
Und wohin nun mit dem Hass? In die Ohren natürlich, in die Ohren!

Solms (FDP): Klientelpolitik ist ganz natürlich

Mittwoch, 18. November 2009

Ich habe gerade ein Interview mit Dr. Hermann Otto Solms, dem finanzpolitischen Sprecher der FDP, auf NDR-Info gehört. Darin ging es natürlich um die Steuersenkungen. Der Moderator spielte dem Politiker eine Reihe von Interview-Schnipseln ab, in denen sich Bürger zu den Steuersenkungen äußerten – der Tenor war, dass es sowieso nur den Reichen zu Gute kommt und die späteren Generationen auf den Schulden sitzen bleiben werden. Der Moderator fragte nach, ob das Herrn Solms denn gar nicht beunruhige. Solms antwortete darauf, dass die ja alle keine Steuern zahlen würden und daher natürlich dagegen seien. Der Moderator meinte, dass die Menschen doch durchaus Steuern zahlen würden, worauf Solms mit Plattitüden ob des geschröpften Mittelstandes reagierte. Hier hätte mich viel mehr interessiert, warum die Leute wohl nicht für eine Steuersenkung seien, wenn sie nichts davon hätten. Es liegt der Verdacht nahe, dass für Solms es ganz natürlich ist, dass man nur dann für Dinge ist, wenn man direkt davon profitiert. Einen Augenblick später brachte der Moderator die Einwände der Landespolitiker ins Spiel, die ebenfalls ablehnend zur Steuersenkung stehen. Solms reagierte darauf, indem er erklärte, dass sie natürlich ihre Interessen vertreten würden, das sei ja ganz normal, aber darauf komme es nicht an, es komme auf die volkswirtschaftlichen Aspekte an. Hier wird nun ganz deutlich: Für Solms ist es ganz normal, wenn man seine eigenen Interessen vertritt, ja anderes kann er sich anscheinend gar nicht vorstellen. Daraus kann man wiederum schön ableiten, was der Herr Solms so als Politiker macht: Die Interessen der eigenen Klientel vertreten und das eigene Säckel füllen. Ob das wohl in der FDP mehrheitsfähig ist? Ich denke schon.

Thomas Glavinics “Das Leben der Wünsche”

Samstag, 14. November 2009

Ich lese gerade den Roman – und eines vorweg: Das ist starker Tobak.
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Vincent Preis 2009

Samstag, 14. November 2009
2010 wird zum dritten Mal die Wahl des Vincent Preis durchgeführt. Ziel ist es, die besten Beiträge des Genre Horrors mit dem Erscheinungsjahr 2009 aufzuzeigen.

Hier eine Auswahl der in 2009 erschienenen Werke.

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