Ich habe gerade ein Interview mit Dr. Hermann Otto Solms, dem finanzpolitischen Sprecher der FDP, auf NDR-Info gehört. Darin ging es natürlich um die Steuersenkungen. Der Moderator spielte dem Politiker eine Reihe von Interview-Schnipseln ab, in denen sich Bürger zu den Steuersenkungen äußerten – der Tenor war, dass es sowieso nur den Reichen zu Gute kommt und die späteren Generationen auf den Schulden sitzen bleiben werden. Der Moderator fragte nach, ob das Herrn Solms denn gar nicht beunruhige. Solms antwortete darauf, dass die ja alle keine Steuern zahlen würden und daher natürlich dagegen seien. Der Moderator meinte, dass die Menschen doch durchaus Steuern zahlen würden, worauf Solms mit Plattitüden ob des geschröpften Mittelstandes reagierte. Hier hätte mich viel mehr interessiert, warum die Leute wohl nicht für eine Steuersenkung seien, wenn sie nichts davon hätten. Es liegt der Verdacht nahe, dass für Solms es ganz natürlich ist, dass man nur dann für Dinge ist, wenn man direkt davon profitiert. Einen Augenblick später brachte der Moderator die Einwände der Landespolitiker ins Spiel, die ebenfalls ablehnend zur Steuersenkung stehen. Solms reagierte darauf, indem er erklärte, dass sie natürlich ihre Interessen vertreten würden, das sei ja ganz normal, aber darauf komme es nicht an, es komme auf die volkswirtschaftlichen Aspekte an. Hier wird nun ganz deutlich: Für Solms ist es ganz normal, wenn man seine eigenen Interessen vertritt, ja anderes kann er sich anscheinend gar nicht vorstellen. Daraus kann man wiederum schön ableiten, was der Herr Solms so als Politiker macht: Die Interessen der eigenen Klientel vertreten und das eigene Säckel füllen. Ob das wohl in der FDP mehrheitsfähig ist? Ich denke schon.