Für ein längeres Projekt – eine phantastische Weltreise – lese ich gerade Phantastik aus aller Herrenländer. So habe ich jetzt Juri Andruchowytschs Zwölf Ringe beendet, der als Vertreter für die Ukraine geplant war. “War”, richtig gelesen. Der Roman sagt mir überhaupt nicht zu.
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Archiv für März 2010
Ein Kessel Klischees
Samstag, 27. März 2010Das doppelte Aschenputtel mit Fußball & Modenschau
Samstag, 20. März 2010Ich habe gerade “Unseen Academicals”, Terry Pratchetts neuesten Scheibenwelt-Roman (beinahe ein Pleonasmus), gelesen. Irgendwie gehört er wohl zu Subzyklus der Zauberer; schließlich entdecken die Zauberer, dass sie am Volkssport ‘foot the ball’ teilnehmen müssen, wollen sie nicht die Ansprüche auf ausgedehnte Mahlzeiten verlieren. Dieses ‘foot the ball’ ist nun eine degenerierte Variante vom Fußball: Es gibt zwei Teams, die einen Holzball ins gegnerische ‘Tor’ zu befördern versuchen, während die Fans die Spieler anfeuern, mit Dingen bewerfen, die ‘Tore’ verschieben usw. Und dann gibt es die Hooligans. Der Patrizier ist nicht begeistert. Da die Zauberer nun einmal spielen müssen, sollen aber auch gleich die Regeln geändert werden – das Spiel soll etwas ziviler werden.
An dieser Stelle ein Zitat vom Buchrücken: “The thing about football – the important thing about football – is that it is not just about football.”
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Das kopierte Buch
Freitag, 19. März 2010…findet man in Vietnam. Wir sind in Hoi An und neben dem Strand nimmt man sich Zeit und stoebert in den ansaessigen Buchshops. Und siehe da, neben Originalbuechern gibt es eine ueberraschend grosse Anzahl an Kopien. Auf billigem Papier werden die Romane oder Ratgeber ausgedruckt, der Umschlag farbig, von der Qualitaet ist aber von Aussen schon zu sehen, diese Buecher sind keine Originale, sondern Piratenprodukte.
Stellt euch einfach mal vor, so was wuerde man in Deutschland bekommen. Kleinverlagsprodukte sind mir uebrigens nicht ueber den Weg gelaufen. Weder im Original, noch als Kopie.
Wo die Vietnamesen aber wohl ihre Druckvorlagen her haben? Neben englischsprachigen findet man auch deutschsprachige Kopien.
Ein kleiner Zwischenruf
Mittwoch, 17. März 2010Unser Lieblingsaußenminister hat wieder zugeschlagen: In der heutigen Debatte bezeichnete er die Konquistadoren als “Degalation” – und setzte seine Reise damit gleich. Sauber, würde ich meinen: Die Konquistadoren waren eine Bande von gierigen Abenteurern, die raubend, brandschatzend, vergewaltigend und mordend sich Lateinamerika aneigneten. Inklusive der indirekten Toten (Krankheiten etc.) sind dieser “Degalation” einige Millionen Indios zum Opfer gefallen.
Klar, dass Westerwelle kein KZ-Wächter (Leistung macht Frei) sein will – Konquistador ist doch viel aufregender!
Oliver
Fünf großartige Kriminalkomödien
Samstag, 13. März 2010Ich liebe anständige Krimikomödien. Leider gibt es zu viele Krimikomödien, die zu einer kruden Mischung aus absurder Action und blödsinnigen Albernheiten neigen – ein Paradebeispiel sind die späteren “Police Academy”-Filme; man kann sich schon darüber streiten, inwiefern die früheren dazugehören, aber bei den späteren gibt es kein Vertun: Das ist äußerst plump. Den guten Krimikomödien gelingt es, die Spannung des Krimis – Wer war’s? Wie entkommt man der gefährlichen Situation? Wie schnappt man den Gangster? – im dem Humor der Komödie. Es bietet sich meist ein sarkastischer, makabrer Humor an – man findet den in vielen Filmen Hitchcocks. Es gibt aber auch andere Mischungen. Hier ein paar, die sehr gelungen sind:
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Der moderne Künstler
Samstag, 6. März 2010Reisen bildet. Und manchmal entdeckt man Parallelen zu eigenen Erfahrungen.
Heute traf ich einen Amerikaner, den ich gestern auf dem Marktplatz in Luang Prabang kennengelernt habe. Nach ein paar schönen Geschichten über einen Hurrican am Südzipfel Mexikos und einem Monsumregen, der ihn eine Meile vor der thailändischen Kueste erwischte, erzählte er mir, dass er ein Buch geschrieben habe.
Autoren gibt es halt überall und ich freue mich, einen Gleichgesinnten getroffen zu haben. Auf meine Frage, wo es denn erschienen wäre, kam die Antwort, dass es noch unveröffentlicht wäre, er aber einen Verlag an der Hand habe. Er müsste nur 10.000 US $ investieren, der Verleger würde selbst die gleiche Summe bereitstellen, um die Unkosten des Buches zu begleichen und es auf den Markt zu bringen, alles natürlich schriftlich fixiert mit erhöhter Tantieme für den Autor. Der Verleger selbst sei mit dem Dalai Lama bekannt (er hat ihn wahrscheinlich einmal getroffen, so vermute ich, frage aber nicht weiter nach).
Weiter erzählt er von einer Dreiteilung des Verlagsgeschäftes: Publikumsverlage, Selbstverleger und in der Mitte solche wie sein Kleinverlag, bei dem er ins Auge gefasst hat, zu veröffentlichen. (weiterlesen…)
And Now: A Short Intermission
Samstag, 6. März 2010Eigentlich hatte ich etwas über fünf Filme schreiben wollen, aber mir ist gerade aufgegangen, dass ich mich an einen davon nicht mehr gut genug erinnern kann. Das wird dann wohl nächsten Samstag folgen.
Stattdessen gibt es heute nur einen kleinen Hinweis: Ich lese gerade “Für Fortgeschrittene” vom Alek Popov. Das sind zwanzig Kurzgeschichten (im Schnitt 14 Seiten lang), von denen der Buchrücken beteuert, sie seien Monty Python auf Bulgarisch: Sie trieften vor schwarzem Humor und abgründigem Witz. Ich habe bisher nur zwei gelesen, aber die waren sehr gut. Die erste (Russischer E-Mail) war ratz-fatz durch und am Ende fragte ich mich, ob das nun eine garstige conte cruel oder eine gemeine Schelmengeschichte war – das Ende ist offen. Rezension gibt es in ca. 2 Wochen am üblichen Ort.
Oliver