Chiang Mai

Du Rose des Nordens. Umgeben von immergruenen Huegeln. Du entspannte, kleine Schwester des Molochs Bangkok.

Du, gespalten zwischen Moderne und Tradition. Mit deinen birmanischen Tempeln und modernen Geschaeftshaeusern. Mit deinen Bergvoelkern abseits der Zivilisation. Mit deiner Rotlichtmeile am Nachtmarkt, dem Tempel der Konsumsuechtigen.

Fern, weiter als die goldene Kuppel des Wat, schimmern die Berge durch den Smog, verschwinden manchmal im Dunst, doch an klaren Tagen springt einem der Dschungel foermlich entgegen. Die absolute Natur, nur ein wenig weiter als dort, wo Blech und Beton regieren. Nur wenig weiter als Garkuechen und Tuk-Tuk das Leben bestimmen, uebernimmt das wilde Leben des Dschungels den Puls der Zeit. Ein stiller und langsamer Puls. Ein Tempo, das zur allgegenwaertigen Hitze passt und zum Verharren und Nachdenken aufruft.

Deine Menschen sind ruhiger und bedaechtiger als im Sueden, sind dunkler und ernsthafter, nicht spielerisch leicht, das harte Leben praegt wohl ueber die Jahrhunderte. Doch lieblich und zuvorkommend, freundlich und offen sind deine Bewohner, bei allem Stolz, der durchschimmert.

Chiang Mai, die Neue. Ein Schmelztiegel der Nationen, nur ein Steinwurf entfernt vom Vierlaendereck, gewoben von Laoten, Birmesen und Chinesen, durchsetzt von Westlern aller Laender auf der Suche nach ihrem Glueck. Selbst die Heimat fasst Fuss, das German Hofbraeuhaus. Welch Graus, oh Chiang Mai, wohin soll es mit dir fuehren?

Chiang Mai, das Ziel zahlreicher Gluecksritter. Die Sonne umschmeichelt dich und im Winter sinken deine Temperaturen auf ertraegliche Werte. So ertraeglich, dass ein Bad im Fluss immer noch einVergnuegen fuer jedes Kind ist. Das ganze Jahr lang.

So trocken du auch bist, blueht deine Natur immer fort. Wenn auch vereinzelt Kahlheit durchbricht, bleibt es doch ein gruener Teppisch, in den du eingebettet bist.

Chiang Mai, du Rose des Nordens. Bewahre dein Wesen. Denn die Kraefte der Moderne zehren an dir. Gib ihnen nicht nach und erhalte deinen Charakter.

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